„wichtig für meine Malerei sind Menschen in verschiedenen Situationen.“

Farben und Bilder haben mich bereits in meiner Kindheit fasziniert, jedoch in den Kriegs- und Nachkriegsjahren gab es für mich wenig Möglichkeiten zu malen. Nachdem unser Haus am Ende des Krieges völlig zerstört worden war, lebten meine Mutter und ich in einem kleinen Dachzimmer bei Freunden; auch in der Schule, in der 70 Kinder in einer Klasse von einem sehr engagierten Lehrer unterrichtet wurden, war keine Möglichkeit für derartigen „Zeitvertreib“.
Es waren später einige, wenige Bücher und die Musik, die meine Freizeit geprägt haben. Singen in der Volksschule, im Kirchenchor und anschließend in der Klosterschule machten mir große Freude. Der Ausgleich für ein unruhiges Familienleben, das die Nachkriegszeit mit sich brachte, war das Klavierspiel, dem ich den Großteil meiner Freizeit widmete.
Mit 18 Jahren begann ich in Salzburg zu arbeiten. Zwei Jahre später habe ich hier geheiratet und es folgten ruhige Jahre mit meinem Mann und den Kindern Rolf und Susanne, für die ich meinen Beruf aufgegeben hatte. Wie viele Familienmütter aus dieser Zeit begann ich durch die VHS Töpferkurse zu besuchen und fand Freunde, die sich als Amateure mit der Malerei beschäftigten. Im Salzburg-Museum, damals noch Carolinum-Auguseum, gab es wöchentlich einen Vortrag von Dir. Dr. Albin Rohrmoser, in dem er uns von den Anfängen der Malerei bis in die Moderne hinführte. Viele wichtige Werke konnten wir mit Reisen nach Italien, Frankreich, Spanien und Schweiz kennenlernen.
Nach dem frühen Tod meines Mannes waren die Kinder zum Mittelpunkt meines Lebens geworden. Eines Tages erzählte ich meiner Tochter Susanne, dass ich mir als Kind sehnlichst einen Farbkasten mit 24 Farben gewünscht hätte, diesen Wunsch jedoch nie ausgesprochen habe. Den nächsten Geburtstag nahm sie zum Anlass, mir eine Schachtel mit 24 Farben zu schenken. Bald darauf kam sie mit einer Staffelei und Farben einer Freundin, die für einige Jahre ins Ausland übersiedelt war. Es war eine Aufforderung, nun tätig zu werden.
So sehr mich die Malerei immer fasziniert hatte, wäre ich nie auf die Idee gekommen, selbst einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Es war ein glücklicher Zufall, dass ich wiederum einen VHS-Kurs besuchte und dort durch den wunderbaren Lehrer Mag. Schmegner langsam zum eigenen Arbeiten herangeführt wurde. Bei späteren, unterschiedlichen Malkursen lernte ich durch Mag. Sabine Schreckeneder, die uns Schüler sehr frei arbeiten ließ, die Malerei mit Gouache kennen und lieben. Bald entdeckte ich, dass ich für mich allein arbeiten muss. Wichtig erschien mir auch, meine eigene Handschrift für meine Arbeiten zu entwickeln. Menschen in verschiedenen Situationen, ihre Bewegungen und Empfindungen sollten auf der Leinwand sichtbar sein.
Im Lauf von ca. 30 Jahren, in denen ich mich mit der Malerei beschäftigt habe, verändert man sich selbst und es verändert sich auch die Art, in welcher man seine Umgebung festhalten will. Heute machen mir die verschiedenen Köpfe großen Spaß. Eine Herausforderung sind die großen Formate, die zum Teil sehr persönliches Erleben erzählen.